Wer kann mir helfen?

Externe Unterstützung - die Qual der Wahl

Wenn es für die betroffene Person ohne Unterstützung nicht mehr geht, ist die große Frage, wie man ihr am besten helfen kann. Wer kümmert sich um sie?

Zunächst solltest Du klären, bei welchen Tätigkeiten Hilfe benötigt wird. Wie oft ist diese Hilfe notwendig? Nur tagsüber oder auch in der Nacht? Wer kann für die betroffene Person wann da sein? Wo kann die beste Versorgung meiner/s Liebsten erreicht werden – zu Hause oder in stationären Einrichtungen? Details dazu findest Du im Arbeitsblatt “Auswahlhilfe Betreuungsform” und auch im Kapitel Krankenhaus und Betreuungsform.

Wenn Du  externe Unterstützung in Anspruch nehmen möchtest, gibt es einige Möglichkeiten mit verschiedenem Betreuungsumfang. Wir geben Dir hier einen Überblick, welche Formen der Betreuung und Pflege es gibt, welche Tätigkeiten übernommen werden und welche Vor- und Nachteile sie jeweils haben.

Jedes Bundesland hat hier etwas andere Angebote, auf die wir in separaten Artikeln eingehen.

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Pflege und Betreuung zu Hause

Durch mobile Dienste können Angehörige entlastet oder gewisse Tätigkeiten ausgelagert werden.

Es stehen unterschiedliche mobile Unterstützungsformen zur Verfügung, die sich im Umfang der Tätigkeiten (von Alltagsbetreuung bis zur medizinischen Pflege) und im Umfang (wenige Stunden pro Woche bis ganztägig) unterscheiden.

Bei mobilen Diensten (Betreuung in den eigenen vier Wänden ausgenommen 24-Stunden-Betreuung) legt die Pflegefachkraft gemeinsam mit der zu betreuenden Person und ggf. auch in Absprache mit (pflegenden) Angehörigen den Betreuungsplan fest. Dieser enthält die Betreuungsziele, die Betreuungsdauer, die Betreuungszeiten und die zu setzenden Betreuungsmaßnahmen. Bei den mobilen Pflegediensten in den Regionen (Bezirken) ist meist nur eine der großen Trägerorganisationen für die Durchführung der Leistung zuständig.

Bei der 24-Stunden-Betreuung werden die Bedürfnisse, Rahmenbedingungen und die erforderlichen Betreuungsmaßnahmen normalerweise in einem Erstgespräch durch eine diplomierte Pflegekraft oder den regionalen Ansprechpartner der 24-Stunden-Vermittlungsagentur festgestellt.

Wenn tagsüber eine durchgehende Betreuung z.B. aufgrund der beruflichen Situation notwendig ist, bieten sich Tageszentren an.

Die Details zu jeder mobilen Betreuungsform findest Du unterhalb der Grafik.

Grafik - Pflege und Betreuung zu Hause

Eine diplomierte Pflegeperson besucht einen zu Hause, wenn nach der Entlassung aus dem Krankenhaus oder dem Besuch bei einer/m Hausärztin/-arzt noch die Versorgung spezieller medizinischer Maßnahmen notwendig ist (z. B. Einschulung und Kontrolle der Blutzucker Ersteinstellung, Wundversorgung, etc.).

Dazu muss die/der Mediziner/in einen grünen Verordnungsschein ausstellen und die medizinische Hauskrankenpflege beantragen. Die/der Patient/in bekommt den grünen Verordnungsschein mit und muss diesen an die Person der Medizinischen Hauskrankenpflege übergeben, wenn sie zur ersten Begutachtung zur/zum Patient/in nach Hause kommt.

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Heimhelfer/innen bieten stundenweise Hilfestellung für das körperliche Wohlbefinden der zu betreuenden Person. Sie unterstützen bei der täglichen Haushaltsführung, um so den Verbleib in der eigenen Wohnung zu ermöglichen. Im Vergleich zum Besuchsdienst liegt der Fokus eher bei den hauswirtschaftlichen Tätigkeiten und geringe Unterstützung bei der Körperpflege.

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In Erweiterung zur Medizinischen Hauskrankenpflege führen die Hauskrankenpfleger/innen für einen unbegrenzten Zeitraum zusätzlich Körperpflege und Mobilisation (z. B. aus dem Bett) durch.

Hauskrankenpfleger/innen werden zu langfristigen Begleiter/innen, die auch mehrmals täglich für die Pflege nach Hause kommen. Da ein Team die Versorgung deckt und Arbeitszeiten eingehalten werden müssen, werden sich die Personen abwechseln. Sie arbeiten aber gemeinsam an der Beobachtung der Pflegesituation und Krankenbeobachtung zu Hause.

Die Kompetenzen der Hauskrankenpfleger/innen entsprechen den Kompetenzen der Medizinischen Hauskrankenpfleger/innen. Neben der Handhabung von Medikamenten, Absaugegeräten, Stomata, Kathetern, Stützstrümpfen und Verbänden auf Krankenhausniveau wirst Du auch durch Beratung und Anleitung bei der Bewältigung der Pflege Zuhause unterstützt.

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Geschulte Betreuende begleiten die betroffene Person zu Terminen und verbringen Zeit mit der Person. Dieser Dienst ist ideal für Menschen, denen es schwer fällt, die Wohnung alleine zu verlassen oder, die Gesellschaft möchten.

Der Begleit- und Besuchsdienst übernimmt keine Körperpflege oder pflegerische Tätigkeiten.

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Auch von umfangreicher ausgebildeten Fach-Sozialbetreuer/innen wird eine mehrstündige Alltagsbetreuung angeboten, um den betroffenen Personen eine möglichst große Unabhängigkeit in der eigenen Wohnung zu ermöglichen.

Die Tätigkeiten entsprechen den Leistungen des Besuchsdienstes, hinzu kommen die Zubereitung von Mahlzeiten.

Die mehrstündige Alltagsbegleitung übernimmt keine Körperpflege oder pflegerische Tätigkeiten.

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Das Tageszentrum bietet die Möglichkeit der gemeinsamen Alltagsgestaltung, auch wenn zeitweise kleinere Pflegeleistungen, wie die Unterstützung bei Mahlzeiten oder die Begleitung zur Toilette und der Wechsel von Inkontinenzeinlagen, notwendig sind.

Frage am besten nach, ob das Tageszentrum auch den Transport zu und von der Einrichtung organisiert..

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Die 24h-Betreuung durch Personenbetreuer/innen wird oft über Vermittlungsagenturen organisiert. Du kannst über unsere Suche eine gut bewertete Pflegeagentur finden, die Dich bei der Organisation unterstützt. Du kannst natürlich auch ohne eine Agentur Personenbetreuer/innen engagieren.
Die meisten Betreuenden agieren selbständig mit Gewerbeschein, Du kannst sie aber auch anstellen. Bitte achte auf faire Rahmenbedingungen für die Betreuenden, da dies die Basis für eine konfliktfreie Zusammenarbeit ist.

Die Personenbetreuer/innen leben mit der betroffenen Person und deren Angehörigen im selben Haushalt. Die Betreuer/innen müssen für die Dauer der Arbeitsperiode ein eigenes Zimmer zur Verfügung gestellt bekommen. Küche und Bad dürfen mitbenützt werden, die Verpflegung ist kostenlos bereitzustellen.

Zwei Betreuende wechseln sich in einem 2-4 wöchigen Turnus ab und unterstützen die betreuten Personen bei der alltäglichen Lebensführung, leisten Unterstützung im Haushalt, helfen bei Essen und Trinken, Toilettengang, der Körperpflege, erledigen Besorgungen und leisten Gesellschaft.

Bei Bedarf kann auch nur eine Betreuungskraft engagiert werden, die sich mit einem/r pflegenden Angehörigen abwechselt.

Die zu betreuende Person muss mindestens Anspruch auf Pflegegeld Stufe 3 haben (oder bei einer nachgewiesenen Demenzerkrankung ab Stufe 1) sowie einen ständigen Betreuungsbedarf haben. Darunter ist keine 24-Stunden-Betreuung möglich, Du kannst jedoch die Angebote der Hauskrankenpflege, der Heimhilfe oder des Betreuten Wohnens in Anspruch nehmen.

Personenbetreuer/innen sind nicht mit den medizinisch und pflegerisch ausgebildeten Fachkräften aus der Hauskrankenpflege gleichzusetzen, sind jedoch meist pflegerisch geschult. Der Vorteil einer 24 Std. Betreuung ist, dass auch in der Nacht jemand bei der zu pflegenden Person ist, wobei dies mehr eine Ruf-Bereitschaft als eine durchgehende Aufsicht ist.

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Pflege und Betreuung in stationären Einrichtungen

Wenn die Betreuung in den eigenen vier Wänden nicht gewünscht ist oder nicht mehr möglich ist, stehen auch stationäre Einrichtungen je nach Betreuungsbedarf zur Verfügung.

Es gibt unterschiedliche stationäre Unterstützungsformen, die sich im Umfang der Tätigkeiten (vom Fokus auf Wohnen bis zur medizinischen Pflege) und der Dauer des Aufenthalts (kurzfristig oder langfristig) unterscheiden.

Die Details zu jeder stationären Einrichtung findest Du unterhalb der Grafik.

Grafik - Pflege und Betreuung in stationären Einrichtungen - Pflegeheim - Kurzzeitpflege - Senioren WG - Akut Geriatrie

Nach einem Krankenhausaufenthalt auf einer speziellen medizinischen Fachabteilung kann auf einer Remobilisationsstation (auch Remob genannt) die Pflege durch Fachpersonen sichergestellt werden.

Zusätzlich erhalten Patient/innen durch andere Berufsgruppen Übungseinheiten, in denen an der Wiederherstellung der Fähigkeiten gearbeitet wird, die durch eine Erkrankung verlorengegangen sind. Durch die ständige Förderung verbessert die/der Patient/in gezielt Handgriffe und Bewegungsweisen, die im selbstständigen Alltag wichtig sind. Das therapeutische Angebot soll fördern, dass die Person wieder gut zu Hause leben kann.

Meist sind Remobilisationsstationen auch gleichzeitig eine Akut-Geriatrie. Hier können Aspekte des hohen Lebensalters besonders berücksichtigt werden. Das Personal der Akut-Geriatrie fasst neben den möglicherweise komplexen Grunderkrankungen die soziale Situation, die Biografie und Gedächtnisleistung in den Blick und wendet reaktivierende Pflegekonzepte an.

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Für Seniorinnen und Senioren, die nicht mehr alleine wohnen können oder wollen, weil die Gefahr von Vereinsamung besteht. Hier liegt der Schwerpunkt auf dem Wohnen, die Verpflegung und die Wäschereinigung sind inkludiert, die Bewohner/innen erhalten auch soziale und kulturelle Angebote. Wenn der Bedarf besteht, können mobile Betreuung und Pflege zusätzlich eingesetzt werden.

Eigene Angebote des Betreuten Wohnens gibt es auch für Beeinträchtigte. In diesen Wohngemeinschaften gibt es die zusätzlichen Schwerpunkte Pädagogik und Inklusion in die Gesellschaft.

Auch wenn Du als pflegende/r Angehörige/r eine Auszeit benötigst, können zu Pflegende mit Betreuungsbedarf über mehrere Zeiträume im Betreuten Wohnen leben.

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Du planst einen Urlaub, eine Auszeit oder bist erkrankt? Es steht eine Entlassung aus dem Krankenhaus bevor und es gibt aber noch keine freie Stelle im Pflegeheim bzw. der Reha? Keine Sorge, für diese Anlässe kann Kurzzeitpflege beantragt werden.

Als pflegende/r Angehörige/r ist es am besten, mit einer Kurzzeitpflegestelle frühzeitig in Kontakt zu sein und die Pflegesituation zu schildern. So kann die Pflege auch im Krankheitsfall besser organisiert werden.

Die zu pflegende Person zieht vorübergehend in ein Betreutes Wohnen, Pflegeheim oder auf eine Remobilisationsstation. Dort kann für eine bis maximal acht Wochen die Pflege und Betreuung übernommen werden.

Manche Agenturen und selbstständige Pflegepersonen bieten die rund-um-die-Uhr-Betreuung für den gleichen Zeitraum auch für zu Hause an. Die Betreuenden wohnen mit der betroffenen Person im Haushalt – wie in der normalen, langfristigen 24-Stunden Betreuung. Die Kurzzeit-Betreuung kann auch in eine Langzeitbetreuung umgewandelt werden.

Andere Namen für die Kurzzeitpflege sind: 24 Stunden Kurzzeit-Betreuung, Urlaubspflege, Übergangspflege, Überleitungspflege.

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Das Pflegeheim stellt eine dauerhafte Betreuungsmöglichkeit dar, wenn die Pflege zu Hause nicht mehr geleistet werden kann oder nicht mehr geleistet werden möchte. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Pflege (oft mindestens Pflegestufe 3 notwendig).

Im Pflegeheim arbeiten rund um die Uhr ausgebildete Pflegekräfte, auch ein/e Mediziner/in ist jederzeit kontaktierbar.

Sich für einen Umzug in ein Pflegeheim zu entscheiden, ist nicht nur für die betroffene Person schwierig, sondern auch für pflegende Angehörige. Finde dazu mehr in den Artikeln.

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Ähnlich wie auf einer Station für Remobilisation gibt es auf einer Reha gezielte Übungseinheiten, die Patient/innen bestmöglich auf die Eigenversorgung vorbereiten. Die Pflege wird nach Bedarf von Fachkräften übernommen, die darauf achten, gleichzeitig die Fähigkeiten zu fördern.

Um eine Reha besuchen zu können, muss von einer/m Mediziner/in ein Rehabilitationsantrag gestellt werden. Dieser wird der Pensionsversicherungsanstalt zugeschickt. Der Unterschied zur Remobilisationsstation liegt in der Finanzierung.

Der Transport vom Krankenhaus zur Reha-Einrichtung wird in der Regel vom Krankenhauspersonal organisiert. Die Kosten für den Transport werden von der Gesundheitskassa übernommen.

Je nachdem, wie gut sich die selbstständige Lebensführung auf der Reha entwickelt, kann die Person zu Hause mit/ohne Hauskrankenpflege / Heimhilfe / 24 Stunden Betreuung oder im Pflegeheim weiterleben.

Erkundige Dich beim Krankenhauspersonal, welche Kleidungsstücke bzw. Aufenthaltsartikel Du für die Zeit auf der Reha mitgeben sollst.

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