Welche Hilfsmittel unterstützen?

Hilfsmittel und Heilbehelfe - Unterstützung für den Alltag

Wenn das Leben nicht mehr so unabhängig gelebt werden kann, wie man es vielleicht gewohnt war, können unterschiedliche Produkte zur Unterstützung herangezogen werden.

Wir helfen Dir dabei, einen Überblick zu behalten, in welchen Situationen Hilfsmittel hilfreich sein können und in welcher Form. Oft können kleine Anschaffungen das Leben wieder etwas normalisieren und so den persönlichen Unterstützungsbedarf gering halten.

Diese Liste wird laufend erweitert. Solltest Du etwas vermissen, gib uns gerne unter info@miazorgo.com Bescheid.

Hilfsmittel und Heilbehelfe sind Anschaffungen, die mit gesundheitlichen Veränderungen in Verbindung stehen. Um Heilbehelfe und Hilfsmittel besorgen zu können, benötigst Du eine ärztliche Verordnung, diese ist 30 Tage gültig.

Mehr Hintergrund findest Du auch im Blog-Artikel “Hilfsmittel und Heilbehelfe”.

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Rollstuhl Sonnenuntergang Unterstützung zwei Personen

Hinweis:

Welche Hilfsmittel oder Heilbehelfe sich eignen ist von den individuellen Fähigkeiten und dem gesundheitlichen Zustand der zu pflegenden Person abhängig. Wir können daher keine Garantie für Deine Einschätzung übernehmen. Wende Dich im Zweifelsfall an eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson oder eine:n Physiotherapeut:in.

Lass Dich durch den Anbieter zur korrekten Bedienung des Hilfsmittels / Heilbehelfs einschulen bzw. erkundige Dich zur korrekten Handhabung in der zugehörigen Bedienungsanleitung oder Beschreibung.

Sicherheit in der Wohnung

Selbst sehr aktive Menschen stolpern hin und wieder bei Unebenheiten. Um sich als betagte oder in der Mobilität beeinträchtigte Person in der Umgebung sicher fortbewegen zu können, ist ein aufgeräumter, geebneter Boden umso wichtiger.

Untenstehend findest Du Tipps, die ein sicheres Zuhause ausmachen. Damit ein unabhängiges Leben in den eigenen vier Wänden möglichst lange sichergestellt werden kann.

Teppich Sturz Kante

Stolperfallen vermeiden

Teppichkanten und Fransen stellen eine gefährliche Stolperfalle dar.

Selbst wenn der Teppich eben am Untergrund aufliegt, können beim Versuch, vorsichtig zu gehen und die Füße nur wenig zu heben, Falten entstehen, an denen man hängen bleibt. Auch bei der Verwendung von Gehstöcken und anderen Gehhilfen besteht die Gefahr, an Teppichfalten hängenzubleiben.

Dem kann man leicht zuvorkommen, indem man die Teppichränder am Boden fixiert. Dafür gibt es eigene Teppichklebebänder und für kleinere Teppiche Teppichsprays. Auch mit Klettverschlüssen, die im Textilladen erhältlich sind, kann man die Bodenbedeckung sicher machen. Nähe dazu das weiche Klettband an den Teppich und fixiere das raue mit einem starken doppelseitigen Klebestreifen am Boden. Etwaige Kleberückstände lassen sich z. B. mit Nagellackentferner gut auflösen.

Neben gefährlichen Teppichkanten solltest Du auch andere häufige Stolperfallen wie freiliegende Kabel entfernen und Türschwellen, im Weg stehende Möbel und sonstige Hürden und Ecken bzw. scharfe Kanten mit hoher Verletzungsgefahr entschärfen.

Leuchte Spot mit Bewegungsmelder Mensch

Für eine gute Sicht sorgen

Noch bevor der Lichtschalter erreicht wird, kann es beim Aufstehen in der Dunkelheit zu Stolpern kommen. Lampen mit Bewegungsmelder sind praktische, schalterlose Leuchtelemente, um den Weg zum Lichtschalter auszuleuchten.

Die optimale Beleuchtung soll ausreichende Sicht ermöglichen und so einem Sturz vorbeugen.

Neben der passenden Lichtstärke, ist beim Kauf der Lampe darauf zu achten, dass besonders der Boden gut ausgeleuchtet wird. Stolperfallen können nur dann erkannt werden, wenn ausreichend Licht vorhanden ist und die Sehfähigkeit ausreicht.

Die beste Beleuchtung schützt nicht vor einem Sturz, wenn die Person verschwommen sieht oder ihr sogar schwindelig ist. Lasse Ursachen für Schwindel oder reduzierte Sehkraft unbedingt medizinisch abklären, um die Sicherheit beim Gehen bzw. Aufstehen zu erhöhen.

Hilfreiche Produkte:

Griff Handlauf Hand

Sicheren Halt bieten

Gelingt das Aufstehen aus dem Bett noch ohne Rollator oder Gehbock / Geh-Gestell, bieten sich Handläufer und Griffe entlang der Gehstrecken an, um einen sicheren Verbleib in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.

Sie sind aus Treppenhäusern bekannt und im eigenen Wohnraum eventuell nicht erwünscht. Wenn der Bedarf aufgrund Erschöpfung oder Unsicherheit besteht, geben sie sicheren Halt, den man nicht mehr missen will.

Auch wenn ein Gehstock oder Krücken zum Einsatz kommen, sind Handläufer eine gute Ergänzung zur Gehstrecke.

An Orten, wo sich die betroffene Person hinsetzen und wieder aufstehen möchte, sind Griffe eine hilfreiche Ergänzung, um lange unabhängig wohnen zu können (z.B. beim WC, im Bad, bei Ess- oder Sitzplätzen).

Schuhe mit rutschhemmenden Sohlen können zusätzlich hilfreich sein.

Aus dem Bett kommen und Fortbewegung in der Wohnung

Eine große Herausforderung stellt das tägliche Aufstehen aus dem Bett dar. Je nach gesundheitlichem Zustand der betroffenen Person wird mehr oder weniger Unterstützung dabei benötigt. Auch beim zu Bett gehen kann relativ schnell Hilfe benötigt werden.

Hilfsmittel können hier gut unterstützen, damit die Person nicht schon viel zu früh an das Bett “gefesselt” sein muss. Mit den passenden Produkten kann die Unabhängigkeit von externer Hilfe möglich gemacht werden.

Bett aufstehen Hilfe - alte und junge Person

Bewegung ohne Gehhilfen

Die Person ist gehfähig und stützt sich an Möbeln / Wänden ab

Ist die Person noch sehr selbstständig unterwegs, ohne dabei Gehbehelfe zu verwenden, sind ein paar wichtige Vorkehrungen zu treffen, die für eine sichere Umgebung sorgen.

Immerhin ist die Fähigkeit der freien Fortbewegung ein wünschenswerter Zustand der Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Stürze in den eigenen vier Wänden führen zu schwerwiegenden Folgen wie Prellungen, Verstauchungen, Schenkelhalsfrakturen, etc., die einen Teufelskreis aus Angst vor weiteren Stürzen, weniger Bewegung, Muskelabbau und unsicheren Bewegungen führen.

Um diesem Szenario vorzubeugen, können mit dem Ziel, die Selbstständigkeit und körperliche Unversehrtheit zu erhalten, einfache Vorkehrungen getroffen werden. Die folgenden Tipps können vor allem dann wichtig sein, wenn die Person noch keine Gehhilfen verwenden möchte.

Schwierigkeiten beim Aufstehen aus dem Bett sind ein geeigneter Anlass, sich zu Gehhilfen zu erkundigen. Einem Sturz, bei dem man längere Zeit am Boden liegt, ohne Hilfe rufen zu können, ist unbedingt vorzubeugen! Wir empfehlen ein Gespräch, bei dem auf die Gefahren von Sturzfolgen hingewiesen wird und die Sicherheit durch adäquate Gehhilfen (wie Gehstock / Gehbock / Rollator) hervorgehoben wird.

Stabiler Nachtkasten / Bettseitenteil

Dass bei Gangunsicherheit Gegenstände aus dem alltäglichen Umfeld als Aufstehhilfen zweckentfremdet werden, ist naheliegend.

Wenn Dir auffällt, dass die Person in der Umgebung Halt sucht, kläre am besten, ob der Nachtkasten schwer genug ist bzw. so stabil am Boden steht, dass er nicht umkippen kann, wenn er als Aufstehhilfe verwendet wird. Auch die Griffe sollten gut fixiert sein, sie verleiten dazu, sich daran festzuhalten.

Erkundige Dich, ob ein höherer oder niedrigerer Nachtkasten zum Aufstehen besser wäre und biete Dich an, die Griffe auszutauschen, sobald sie zu wackeln beginnen. Auch anderes Mobiliar sollte auf die Standhaftigkeit geprüft werden.

Viel sicherer als sich auf den Nachtkasten zu verlassen sind Seitenteile für das Bett, die als Aufstehhilfe konzipiert sind. Sie können ohne Werkzeug einfach an jedem Bett angebracht werden, indem sie unter die Matratze geschoben werden. Das Seitenteil ragt am Bettrand hervor und wird von dem Gewicht der Matratze stabilisiert.

Gute Beleuchtung

Eine gute Sicht ist das Um und Auf bei der sicheren Fortbewegung.

Vor allem, wenn die Person nachts aufsteht, eignet sich ein Bewegungsmelder. Es gibt quasi keine Situation, in der Dunkelheit der Sicherheit vorgeht – was ein eindeutiges Argument für die automatische Beleuchtung ist.

Auch unterschiedlich helle Lampen, die mit einer Fernbedienung gesteuert werden, könnten sich der Beliebtheit erfreuen. Es gilt jedoch zu klären, wie bedienerfreundlich die Fernbedienung ist (Anzahl und Größe der Knöpfe) und ob die Person diese Art der Beleuchtung auch wirklich haben möchte. Immerhin geht es darum, dass es bereits hell ist, bevor die Person aus dem Bett steigt.

Manche ziehen eine dauerhafte Nachtbeleuchtung der Dunkelheit vor. Stecklampen, die direkt an der Steckdose angebracht werden, gibt es mit Bewegungsmelder oder mit Zeitschaltuhr. Smarte Lampen können zusätzlich auch noch als Alarmsystem dienen.

Bettende

Das Fußende des eigenen Bettes ist lange Zeit eine Frage der Optik und des Geschmacks. Wird das Aufstehen schwerer und beim Gehen an den Möbeln Halt gesucht, kann das stabile Bettende eine Überlegung wert sein, insofern man noch keines hat.

Um sich daran beim Gehen gut festhalten zu können und sich gut abzustützen, ist es notwendig, die geeignete Höhe herauszufinden.

Beim Aufstehen aus dem Bett ist das Bettende dann hilfreich, wenn man sich in sitzender Position Stück für Stück zum Bettende rutscht, um sich dann darauf abstützen zu können.

Am Kopfteil kann zusätzlich ein Bettgalgen montiert werden oder als freistehende Variante ergänzt werden. Durch den Griff über dem Kopf kann sich die Person aufziehen und aufsetzen.

Alternativ gibt es auch noch die Bettleiter, die am Fußende montiert wird. Wie an einer Strickleiter kann man sich daran Sprosse für Sprosse aufziehen bzw. zurücklassen.

Bewegung mit Gehhilfen

Die Person ist gehfähig und verwendet / benötigt Gehhilfen

Wenn das selbständige Gehen nicht mehr so einfach möglich ist, können Gehhilfen eingesetzt werden. Sie entlasten den Körper vom eigenen Gewicht und geben Stabilität. Je nach Bedarf können unterschiedliche Varianten eingesetzt werden.

Gehstock

Der Gehstock und der stabile, selbststehende Drei-Punkt-Stock sind geeignete Hilfsmittel, um von einer sitzenden Position ins Stehen zu kommen und beim Gehen etwas Belastung von den Beinen zu nehmen.

Schlank und im Gegensatz zum Gehbock zierlich führen die stockartigen Gehbehelfe einen Vorteil in Puncto Stauraum. Während ein Drei-/ bzw. Vierpunktstock von selbst steht, gibt es für Gehstöcke und Krücken Wand-/Tischhalterungen, damit sie nicht umfallen. Diese findest Du im Text nebenan.

Wenn vermutet wird, dass der Gehstock nicht mehr ausreicht, sollte frühzeitig ein Gehbock oder Rollator für Zuhause angedacht werden. Je eher die Person mit der neuen Gehhilfe vertraut werden kann, umso eher ist sie in der Handhabung und Fortbewegung sicher.

Halterungen für Gehhilfen

Sind bereits stützende Gehhilfen im Einsatz, sind eventuell folgende Situationen bekannt: Der Gehstock ist umgefallen und kann nur mehr schwer vom Boden aufgehoben werden, der Gehstock ist an einer anderen Stelle des Zimmers als er eigentlich gebraucht wird.

Diese Szenarien können mittels verschiedener Halterungen für Gehhilfen gelöst werden. Die Halterungen werden an den Stellen angebracht, an denen die Person die Gehhilfe aus den Händen gibt, z. B. beim Waschbecken im Bad, beim Esstisch oder Bett. Die Halterungen sind leicht zu bedienen, weshalb die Verwendung angenehm ist. Dadurch ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Gehhilfe dort „geparkt“ wird, auch viel höher und es ist immer klar, wo sie sich befindet.

Die Halterungen können an der Wand, am Bett, aber auch an Tischkanten angebracht werden.

Gehbock und Rollator

Gehbock (ohne Räder) und Rollator (mit Rädern) sind nicht nur bei Schwindel und zum Festhalten die besten Begleiter.

Der Rollator kann darüber hinaus auch als Sitzgelegenheit bei Gehpausen eingesetzt werden. Zieht man die Bremsen an, blockieren die Räder des Rollators und er wird zur Aufstehhilfe.

Man unterscheidet zwischen Rollator (2 Räder), Gehrad (3 Räder), Rollmobil (4 Räder). Man sollte frühzeitig vom Gehstock auf den Rollator umsteigen, da man noch etwas Übung benötigt, um die Handhabung und Fortbewegung sicher zu erlernen.

Bewegung mit Rollstuhl - Stehen möglich

Die Person ist mit dem Rollstuhl mobil und kann kurze Zeit stehen

Wenn Menschen nicht mehr gut selbständig gehen können, ist der Rollstuhl eine sehr hilfreiche Unterstützung im Alltag.

Die Person benötigt oft Unterstützung, um sich in den Rollstuhl umsetzen zu können. Hier sind der Gehbock und der Haltegriff für Personen, die noch selbst stehen können, Hilfsmittel, die zur Erhöhung der Sicherheit eingesetzt werden können. Da die Person in der Lage ist, zumindest für ausreichend Zeit stabil stehen zu können, bieten sich weitere Transferhilfen an, die das Umsetzen leichter machen.

Gehbock und Haltegriff

Beim Gehbock handelt es sich um ein leichtes, stabiles Gestell mit 4 Standbeinen. Im Gegensatz zum Rollator hat der Gehbock keine Räder.

Sitzt die Person im Bett und möchte in den nebenstehenden Rollstuhl, kann sie sich am Gehbock anhalten, um das Gesäß Stück für Stück oder in einem Umsetzen auf die Sitzfläche des Rollstuhls zu bringen. Das Gestell gibt die Möglichkeit, sich anzuhalten und darauf abzustützen. Ist die Person zu schwach, um die Vierteldrehung selbstständig durchzuführen, bietet der Gehbock gerade für Personen mit einer stark vornüber gebeugten Haltung eine gute Abstützmöglichkeit, während eine andere Person leicht an der seitlichen Hüfte drückt, damit das Gesäß über die Sitzfläche des Rollstuhls gebracht wird.

Für das Aufstehen bei diesem Transfer ist es nicht notwendig, ganz aufzustehen. Das Umsetzen gelingt auch, wenn die Armlehne des Rollstuhls entfernt und das Gesäß nur angehoben und gedreht wird. Wesentlich für das Wohlbefinden und die Sicherheit ist dabei eine Anhalte-Möglichkeit. Wir empfehlen einen Haltegriff an der Wand, der lang genug ist, um sich mit beiden Händen anhalten zu können. Auch wenn nur eine Hand verwendet werden kann, ist ein längerer Griff empfehlenswert, da entlang der Halterung nach gegriffen werden kann. Der Haltegriff kann auch für Kräftigungsübungen verwendet werden.

Drehteller

Der Drehteller ist besonders für Menschen geeignet, die mit Hilfe zwar stehen, jedoch nicht gehen können. Bei der Verwendung des Drehtellers ist die Beteiligung einer zweiten Person vorgesehen oder es können ausreichend Haltegriffe montiert werden, wenn die Koordinationsfähigkeit noch ausreichend hoch ist.

Der Drehteller wird von dieser Person unter den Füßen der sitzenden Person positioniert. Nun steht die zu mobilisierende Person auf bzw. wird dabei unterstützt. Wichtig ist, dass die Person auf dem Drehteller von der zweiten Person Halt bekommt bzw. fachgemäß unterstützt wird.

Beratung zur optimalen und rückenschonenden Hilfestellung bei der Mobilisation erhältst Du bei Physiotherapeut:innen oder Kinästhetik Trainer:innen.

Alternativ gibt es auch noch die Drehscheibe im Sitzen. Dieses ist dann hilfreich, wenn nur das Drehen selbst problematisch ist. Diese wird auch gerne im Bad angewendet.

Aufstehhilfe

Am Markt finden sich verschiedenste Modelle zu Aufstehhilfen (z.B. Drehturm, Umsetzhilfen). Gemeinsam haben sie eine Griffstange zum Anhalten, Beinstützen und einen integrierten Drehteller. Bei den meisten Modellen ist die Unterstützung durch eine zweite Person vorgesehen, die den Menschen auf der Aufstehhilfe in die gewünschte Richtung dreht.

Für Personen, die z. B. wegen fehlender Muskelkraft auf mehr Stabilisierung von Außen angewiesen sind, gibt es zugehörige Sicherheitsgurte bzw. eigene Modelle mit zusätzlichen Funktionen.

Voraussetzungen sind ein stabiler Rumpf und die kurzfristige Belastungsmöglichkeit der Beine.

Bewegung mit Rollstuhl - Sitzen möglich

Die Person ist mit dem Rollstuhl mobil und kann kontrolliert das Gesäß anheben

Wenn selbständiges Stehen nicht mehr gut geht, gibt es Möglichkeiten des Transfers aus dem Bett in den Rollstuhl, bei denen das Stehen nicht erforderlich ist.

Wenn es für Person möglich ist, stabil zu sitzen, ohne sich anzulehnen und zumindest ein Bein für kurze Zeit das Gewicht übernehmen kann, können die oben genannten Transferhilfen wie Gehbock, Haltegriffe und mechanische Aufstehhilfen genützt werden.

Alternativ gibt es auch das Transferbrett oder auch Rutschbrett genannt.

Das Transferbrett wird dort positioniert, wo sonst ein Spalt zwischen Bett und Rollstuhl wäre. Es bietet eine erweiterte Sitzfläche, auf der die Person von A nach B kontrolliert „rutschen“ kann. Dieses leichte Hilfsmittel kann auch eingesetzt werden, wenn die Armlehnen des Rollstuhls nicht entfernt werden können. Dafür gibt es verschiedene kurvige Ausführungen. Für den Transfer in und aus dem Auto gibt es längere Transferbretter.

Bewegung mit Rollstuhl - Passive Bewegung

Die Person ist mit dem Rollstuhl mobil und muss komplett bewegt werden

Eine komplett passive Person in den Rollstuhl zu bewegen erfordert angelernte Technik und meist eine zweite Person, die den Rollstuhl hält oder beim Drehen hilft. Dies ist vor allem notwendig, wenn die Person in beiden Beinen wenig bis keine Kraft hat oder den Rumpf nicht stabil aufrecht halten kann. Wenn die Manöver zum Aufstehen komplett übernommen werden müssen, bieten sich zwei Hilfsmittel für den Transfer aus dem Bett an.

Wir empfehlen Personen, die das Umsetzen für die betroffene Person durchführen, Bewegungskonzepte aus der Kinästhetik anzuwenden.

Umsetzhilfe - kurz stehend

Aufstehhilfen für Personen ohne Rumpfstabilität sind Ausführungen, die eine Vorbeugung des Oberkörpers ermöglichen. Die Person muss dafür noch kurzzeitig die Beine belasten können.

Gurte und Haltegriffe unterstützen dabei, die Person in den Stand zu bringen. Der Körper gelangt jedoch nie in einen aufrechten Stand, der Oberkörper bleibt im Winkel der Sitzposition. Das Gewicht des Oberkörpers liegt sicher auf einer Fläche auf, die automatisch in eine waagrechte Lage gebracht wird, während die Beine in den Stand gebracht werden. Da die Gurte einen sichernde Funktion haben, kann die Person währenddessen auch einfach locker lassen. Die mobilisierende Person muss dafür keine Kraft aufwenden.

Personenlifter liegend

Eine weitere Möglichkeit, den Transfer aus dem Bett in den Rollstuhl zu gestalten, bietet der Personenlifter.

Mit dem Personenlifter kann eine liegende Person in den Rollstuhl gesetzt werden. Dazu wird die Person auf die Seite gedreht, das Liftertuch neben dem Rücken ausgebreitet und die Person zurück auf den Rücken gedreht, sodass sie auf dem Liftertuch liegt. Die Laschen und zusätzlichen Sicherheitslaschen werden am Liftergerät eingehängt. Mit einer Fernbedienung kann der Lifterarm des Gerätes gesteuert werden. Der Lifterarm hebt die Person (wie ein Kran) in die Höhe, die Person kommt durch die Form des Liftertuches dabei automatisch in eine sitzende Position.

Eine Höhe von 2 cm über der Matratze sind ausreichend, um die Person angenehm vom Bett zum nebenstehenden Rollstuhl zu fahren. Ist die Person über der Sitzfläche des Rollstuhls positioniert, kann der Kranarm wieder gesenkt werden und die Person ist sicher im Rollstuhl angekommen. Der Körper der mobilisierenden Person ist während dem Transfer komplett entlastet.

Kinästhetik

Bei Kinästhetik handelt es sich um ein unterstützendes Bewegungskonzept, in dem der Körper der zu pflegenden Person so bewegt wird, dass es für die Person angenehm ist und für die bewegende Person einfach.

Wenn man das Konzept beherrscht, kommt man ohne Hilfsmittel aus – dies erfordert jedoch gründliches Training und Kurse. Einige ausgebildete Pflegepersonen erhalten im Laufe ihrer Berufszeit Fortbildungen und Kurse zu diesem Konzept, da die Anwendung den Körper der Pflegepersonen schont und gleichzeitig für die zu Pflegenden gut ist.

Auch Du als pflegende:r Angehörige:r kannst an solchen Schulungen teilnehmen. Es gibt Grundkurse im Ausmaß von einigen Tagen und aufbauende Kurse, die Dich länger ausbilden.

Im Badezimmer & Körperhygiene im Bett

Die Körperhygiene wird mit schlechter werdender Mobilität immer schwieriger. Baden und Duschen geht nicht mehr so einfach wie früher. Die Badeinrichtung wird relativ schnell zu einem unüberwindbaren Hindernis.

Auch hier gibt es Hilfsmittel, die den Alltag erleichtern, solange es möglich ist. Der Umbau des Badezimmers kann aber sinnvoll sein. Mehr dazu im Themenblock “Adaptierungen im Wohnraum”.

Körperhygiene Bad WC

Badewanne

Wenn man seine Badewanne nicht durch eine barrierefreie Wanne ersetzen möchte oder dies aufgrund des Mietvertrags oder finanzieller Hürden nicht so einfach kann, gibt es Hilfsmittel, die es ermöglichen, das geliebte Wannenbad weiter zu genießen.

Wo Gefahren lauern, können Vorkehrungen getroffen werden. Unfälle im Badezimmer kommen häufig vor.

Eine Badewannenmatte aus rutschfreiem Material gibt den nassen Füßen in der Badewanne Haftung, wo der Boden ansonsten durch Wasser und Seife rutschig ist. Eine Badewannenmatte in der richtigen Größe lässt sich mit Saugnäpfen am Wannenboden fixieren und die Sicherheit beim Duschen ist erhöht.

Auch die wärmenden Badvorleger aus Frottée lassen sich mit Teppichunterlagen aus Gummi bodenhaftend gestalten.

Einmal Vollbad-Liebhaber:in, immer Vollbad-Liebhaber:in. Doch wie so vieles, wird bei den mühsamen Nacken-/Rückenbeschwerden auch das erholsame Bad eher zu einem Unterfangen als zu einer Wohltat. Das Badewannenkissen als Stütze für Kopf und Nacken kann zu einer angenehmen Ergänzung werden und eignet sich als aufmerksame Geschenkidee.

Ergänzend zu den Haltegriffen gehören auch Duschtreppen / Badetreppen, die ohne Montage vor die Sanitäranlage gelegt werden können. Sie sind aus rutschfestem Material, das sie zu sicheren und sichernden Hilfsmitteln macht.

Achte bei der Montage von Haltegriffen darauf, dass sich die Person nicht zu weit zum Griff lehnen muss, um den Griff zu erreichen. Durch das Strecken kann der Körper leicht aus dem Gleichgewicht kommen.

Oft ist die Überwindung des Badewannenrandes mit der legitimen Furcht vor dem Ausrutschen verbunden.

Als Einstiegshilfe und als Sitzfläche während des Duschens hat das Badewannenbrett eine doppelte Funktion.

Das Brett wird mittels Fixierschrauben zwischen den Rändern eingespannt. Durch die Fixierung und der optimalen Breite kann man sich beim Einstieg mit beiden Händen gut an den Kanten des Brettes anhalten. Bei einer anderen Variante des Einstiegs steht man vor dem Badewannenbrett. Da sich das Brett auf der Ebene des Badewannenrandes befindet, kann man sich von außen darauf setzen. Beide Beine sind noch außerhalb der Badewanne. Nun steigt man (in  sitzender Position) zuerst mit einem Bein in die Badewanne und dann mit dem anderen nach. Bei dieser Einstiegsvariante ist der Rumpf durch das Sitzen stabilisiert und das Gleichgewicht kann besser gehalten werden, als beim Klettern über den Badewannenrand.

Für Personen, die einen sehr eingeschränkten Bewegungsradius haben, gibt es Badewannenbretter mit Drehtellersitzfläche, die das seitliche Greifen erleichtern soll.

Der Badewannensitz ist das Pendant zum Duschsessel, der in den meisten Badewannen sperrig wirken würde.

Der Unterschied zum Badewannenbrett liegt in der Höhe der Sitzfläche, die dem Badewannenboden näher ist und im erweiterten Komfort durch die Rückenlehne, eventuell auch Armlehnen. Für manche ist der „Komfort“ der Rückenlehne essentiell für die Selbstständigkeit bei der Körperpflege, da das Duschen / Baden bei Pflegebedürftigkeit sehr anstrengend sein kann und die Kräfte durch das Anlehnen geschont werden können.

Während das Badewannenbrett und der optisch ähnliche Badewannensitz eher das Duschen in der Badewanne erleichtern, hilft der Badewannenlifter dabei, ein Vollbad zu nehmen.

Ist man über den Badewannenrand gestiegen, kann man sich bequem auf den Badewannenlifter setzen. Der Sitz kann motorisch heruntergefahren werden, während man sicher den Wannenboden erreicht und in Vorfreude nach dem Badezusatz greift.

Es gibt auch eine aufblasbare Variante als Lifterkissen. Vorteil ist die flexible Nutzung in verschiedenen Badewannengrößen. Jedoch benötigt man eine gewisse Balancefähigkeit.

Dusche

Die Rutschgefahr in der Dusche ist groß und oft möchte man sich während des Duschens hinsetzen, da das dauerhafte stehen zu anstrenged oder nicht mehr möglich ist.

Hier gibt es Hilfsmittel, die den Duschgang vereinfachen und auch unabhängig möglich machen.

Sollte Deine Dusche für Dich nicht mehr gut begehbar sein, ist ggf. trotzdem ein Umbau von Nöten.

Neben den Griffen gehören zu den Einstiegshilfen auch Duschtreppen, die ohne Montage vor die Sanitäranlage gelegt werden können. Sie sind aus rutschfestem Material, das sie zu sicheren Hilfsmitteln macht. Die alltägliche Körperpflege lässt sich mit Einstiegshilfen und anderen Hilfsmitteln risikofrei gestalten.

Ob ein Haltegriff waagerecht oder senkrecht anzubringen ist, ist von den individuellen Bewegungsgewohnheiten abhängig. Sind Du oder Dein:e Angehörige:r nicht sicher, welche Lage optimal und am sichersten ist, kann eine diplomierte Pflegeperson angefragt werden. Sie analysiert den Bewegungsablauf der:s zu Pflegenden vor Ort und kann eine Empfehlung abgeben.

Ob im Alltag kurze / lange Gehstrecken, mit oder ohne Pausen bzw. Gehhilfen bewältigbar sind: In der Dusche sehen die Herausforderungen anders aus.

Die Bewegungen, die wir in der Dusche machen müssen, sind anders. Sie können einen aus dem Gleichgewicht bringen oder durch das feuchte, warme  Klima auch erschöpfen. Ein Duschhocker kann Entlastung bringen, nimmt wenig Platz ein, da er keine Lehnen hat, aber genug Sitzfläche.

Um den Bewegungsradius im Sitzen zu erweitern, empfehlen wir Duschhocker mit Drehscheibensitzfläche.

Bei der Sitzfläche, die aus der Wand ausgeklappt werden kann, gehören wiederkehrendes Umstellen / Verräumen von Duschhockern oder Duschsesseln der Vergangenheit an.

Die ausklappbare Sitzfläche ist in die Wand integriert, wenn sie beim Bau noch nicht mitberücksichtigt werden konnte, ist für den risikofreien Gebrauch eine einmalige Montage durch den Profi empfohlen. Nebenbei ist der Duschklappsitz eine elegante Lösung für Sitzhilfen, die nicht durchgehend benötigt werden. Dies ist besonders in Haushalten der Fall, in denen auch Menschen ohne Bewegungseinschränkungen leben.

Die Sitzfläche kann aus der Wand ausgeklappt werden, was Zeit, Nerven und Stauraum erspart.

Die vorteilhafte Rückenlehne und gegebenenfalls auch Armlehnen eines standfesten Duschsessels stellen haltgebende Stützflächen (z. B. beim Aufstehen) dar und laden zum Entspannen ein.

Sie unterstützen beim Beine Einseifen dabei, das Gleichgewicht zu halten und bieten Komfort, während eine Hilfsperson beim Duschen assistiert. Duschsessel gibt es mit / ohne Drehscheibe als Sitzfläche, gepolstert / mit einer unnachgiebigen Sitzfläche und höhenverstellbaren Beinen.

Körperpflege im Bett

Die Körperpflege im Bett anstelle der Dusche oder dem Bad, ist vor allem dann eine Option, wenn der Weg ins Badezimmer bzw. aus dem Bett körperlich nicht mehr möglich ist.

Untenstehend liest Du, mit welchen Materialien, Hilfsmitteln und Kleidungsstücken Du gut für die Körperpflege im Bett ausgerüstet bist!

Hilfsmittel zur Körperpflege

Es gibt sehr praktische Produkte, die die Körperpflege im Bett erleichtern.

Gerade ein Pflegebett ist eine hilfreiche Anschaffung, wenn die Betreuenden häufig am Bett arbeiten, da dies die Arbeit für die Betroffenen deutlich erleichtert und angenehmer macht.

Wasser für das Wohlbefinden: eine Waschung reinigt nicht nur die Haut, auch die Seele wird bei einer achtsam gestalteten Körperpflege berührt. Um das warme Wasser, das Element der Wohltat, ans Bett zu bekommen, wird die pflegende Person eine Waschschüssel benötigen.

Achte bei der Besorgung auf Material, das eine hygienische Reinigung aushält. Geeignete Waschschüsseln sind entweder aus Metall, Email oder aus hochwertigem, festen Kunststoff, weil sich an der glatten Oberfläche weniger Keime festsetzen können. Es ist wichtig, dass die Waschschüssel hohen Temperaturen bei der Reinigung standhält.

Für eine wohltuende Waschung werden auch Waschlappen verwendet, zu denen Du weiter unten mehr erfährst.

Die Haarwäsche lässt sich im Bett nicht so einfach gestalten – außer mit einer Kopfwaschwanne.

Sie ist aufblasbar, somit auch einfach verstaubar und sanft zum Nacken und Kopf während der Haarwäsche.

Mit einem Becher lässt sich aus der Waschschüssel sauberes Warmwasser zum anfeuchten und abspülen der Haare schöpfen. Die Kopfwaschwanne wird also nicht im Vorhinein mit Wasser gefüllt, sondern dient als Auffangbecken, das eine Haarwäsche möglich macht.

In der Fachsprache der beruflichen Pflege im Krankenhaus gibt es den Begriff „Arbeitshöhe“. Dieses Wort fällt, um z. B. Kolleg:innen liebevoll an ihre körperliche Gesundheit zu erinnern. Denn das Einhalten der Arbeitshöhe ist essentiell für eine schonende Haltung während der Arbeit bei der Körperpflege im Bett.

Die Arbeitshöhe bzw. Hüfthöhe kann nur mit einem höhenverstellbaren Bett / Pflegebett erreicht werden. Mit der Fernbedienung wir das Bett per Knopfdruck auf Hüfthöhe gefahren, um so den Rücken zu schonen.

Körperpflege ist körperlich anstrengend und dauert. Achtet man dabei nicht auf eine gute Haltung bzw. auf die Arbeitshöhe, ist der Bandscheibenvorfall nurmehr eine Frage der Zeit.

Praktische Kleidung / Textilien für die Körperpflege im Bett

Mit der Wahl des richtigen Materials kann die Pflege zu Hause schnell und einfach erleichtert werden. Die im Folgenden vorgestellten Hilfsmittel sind aus Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen nicht wegzudenken und auch für zu Hause Pflegende erwerbbar.

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Frottee-Waschlappen können bei der Körperpflege im Bett Einmal-Waschhandschuhe eingesetzt werden.

Als Wegwerfprodukt eignen sie sich besonders zur hygienischen Entfernung von anhaftenden Ausscheidungen, da ein Waschlappen, der mit solchen in Berührung gekommen ist, nicht wieder in das Waschwasser eingetaucht werden darf. Ansonsten muss das Wasser gewechselt und die Waschschüssel gereinigt werden, um den Intimbereich hygienisch reinigen zu können.

Wenn Du eine/n Patient:in kurz vor einem operativen Eingriff gesehen hast, kennst Du das offene Nachthemd wahrscheinlich bereits. Es wird lediglich im Nacken durch zwei Bänder zusammengehalten. Dies erleichtert das Entkleiden vor der Körperpflege bei Bettlägerigkeit und ist auch optimal, um den Unterkörper für den Wechsel der Inkontinenzversorgung einfach zu entkleiden, ohne die pflegebedürftige Person zu überanstrengen.

Um die Hygiene bei der Körperpflege im Bett einhalten zu können oder bei der Assistenz beim Duschen nicht nass zu werden, ist manchmal Kleidungsschutz notwendig.

Die darunterliegende Kleidung wird von der Schürze nicht vor einer Keimübertragung oder Nässe geschützt, wenn sie nur aus Stoff ist. Geeignete Schürzen sind entweder Einwegprodukte aus Plastik, oder wasserabweisende Schürzen, die man mittels Wischdesinfektion reinigen kann.

Nicht nur als saugfähige Schicht für den Fall des unbeabsichtigten Harnverlustes bietet sich eine Bettschutzeinlage an, auch bei der Körperhygiene im Liegen beugt sie dem nass werden der Matratze vor.

Wird die Bettschutzeinlage als Hilfsmittel bei der Körperwaschung eingesetzt, werden mehr als eine Einlage benötigt, sodass von Kopf bis Fuß die Matratze vor Nässe geschützt werden kann.

Bettschutzeinlagen lassen sich mit der Dreh-Technik einfach unter der Person platzieren, indem sie zur Hälfte eingerollt werden. Die Rollen werden nun entlang des Körpers der seitlich im Bett liegenden Person möglichst körpernah hingelegt. Nun kann sich die Person zuerst auf den Rücken drehen und dann wieder in die Seitenlage kommen, diesmal aber in die andere Richtung blickend. Die Person liegt auf der ausgebreiteten Seite der Bettschutzeinlagen, die Rollen auf der Rückseite können nun ausgerollt werden und die Person ist mit dem Bettschutz versorgt, ohne dafür den Rumpf oder den Kopf gehoben zu haben.

Mundpflege

Auch bei Personen, die das Bett nicht mehr oder nur schwer verlassen können, ist es absolut wichtig, dass das Zähneputzen bzw. die Mundhygiene mit senkrechtem Oberkörper durchgeführt wird. Ansonsten kann das versehentliche Verschlucken zu einer Lungenentzündung führen.

Es handelt sich bei der Lungenentzündung um eine schwere Erkrankung, mit vielen, manchmal bleibenden Komplikationen und schwerwiegenden Folgen wie Atemnot, Blutvergiftung (bei schwachen Abwehrkräften) und Thrombosen. In wirtschaftlich sehr gut entwickelten Ländern zählt die Lungenentzündung zu den häufigsten tödlichen Erkrankungen.

Die Nierentasse / Nierenschale gehört zur Standardausrüstung in jedem Krankenhauszimmer. Zu ihrer vielseitigen Verwendung gehört der Einsatz als Spülwasser-Auffangbecken bei der Mundpflege im Bett, wenn das Zähneputzen im Badezimmer nicht mehr möglich ist.

Der klare Unterschied zu anderen Behältnissen liegt in der optimalen länglichen und leicht gebogenen Form, die für die Nierenschale charakteristisch ist und an die Form einer Niere erinnert. Auch das leichte, bruchsichere Material ist bewusst gewählt und altbewährt. Denn die Nierenschale aus Metall hält bei Bedarf auch einer Reinigung in kochendem Wasser stand.

Es gibt verschiedene Arten den Zahnbürstengriff größer zu gestalten, sodass der Griff besser in der Hand liegt. Dies ist notwendig, um eine gründliche Mundhygiene durchführen zu können.

Zum einen kann ein spülmaschinenfester Griffverstärker auf die Zahnbürste geklemmt werden. Zum anderen lässt sich vorgesehene Moosgummigriffe in Röhrenform über den Zahnbürstengriff schieben.

 

Besonders, wenn die Mundhygiene von jemand anderen durchgeführt werden muss, kann es schwer sein, alle Zahnflächen zu erreichen und eine gründliche Hygiene zu gewährleisten.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Zahnbürste zeichnet sich die Dreikopfzahnbürste durch drei Borstenrichtungen aus. Wird die Dreikopfzahnbürste von oben auf den Zahn gesetzt, setzen auch an der Zahnvorderseite und der Zahnrückseite Borsten an. So werden alle Zahnseiten zur selben Zeit gereinigt und das Erreichen aller Zahnflächen ist garantiert.

Schluss mit Schrubben!

Nicht nur, weil die Bewegung nicht mehr gut durchgeführt werden kann, oder der/die Liebste nicht möchte, dass jemand im eigenen Mund hantiert – es ist auch bei der Verwendung der Schallzahnbürste kein Bürsten mehr notwendig.

Die speziellen Bewegungen der Schallzahnbürste in Kombination mit der Frequenz der Schwingungen erreichen einen Reinigungseffekt, der per herkömmlicher Elektrozahnbürste nicht erzielt werden kann. Dafür ist lediglich ein sanftes Gleiten des Zahnbürstenkopfes über die Zahnkronen notwendig, was für die Person, die die Zähne putzt / geputzt bekommt, besonders komfortabel und angenehm ist.

Mundstäbchen sind Einmalprodukte zur Mundhygiene.

Mit dem Schaumstoffköpfchen kann eine sanfte Reinigung des Zahnfleisches, der Zahnlücken, Zahnoberflächen, Wangeninnenseiten und der Zungenoberfläche durchgeführt werden. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn eine Reinigung mittels Zahnbürste zu grob wäre und das Risiko einer Verletzung der Schleimhäute besteht. Die Porenoberfläche des Schaumstoffes ist optimal geeignet, um mit Wasser auf Schleimhaut schonende Weise Partikel abzutragen.

Ist der Speichelfluss durch Medikamentennebenwirkung, Strahlentherapie oder lange geöffnetem Mund reduziert und deshalb die Schleimhaut geneigt, auszutrocknen und Risse zu bilden, empfehlen wir künstlichen Speichel.

Der steril hergestellte Speichelersatz kann (im Gegensatz zu Wasser) die Feuchtigkeit binden und dadurch ein andauerndes gesundes Mundklima erzielen. So kann der Trockenheit vorgebeugt werden, die unangenehme bis schmerzende Risse begünstigt und den Appetit durch Geschmacksveränderung hemmt.

Toilette / WC

Der intimste Pflegebereich ist der Toilettengang und die darauffolgende Körperhygiene. Pflegende Angehörige unterschätzen oft die psychische Belastung, die durch die Übernahme der Körperpflege und der Intimhygiene entstehen.

Oft kann die betroffene Person den Urin- oder Stuhlgang noch alleine durchführen, wenn ein paar Hilfsmittel ergänzt werden. Ab einer umfassenden Bettlägerigkeit wird auch dieser im Bett durchgeführt werden müssen.

WC

Am WC

Es gibt Hilfsmittel, die einen möglichst unabhängigen Gang zur Toilette erlauben. Solange dies machbar ist, sollte man den betroffenen Personen ermöglichen, diese Tätigkeit selbständig und alleine durchzuführen.

Es gibt hilfreiche Hilfsmittel, die dies möglichst lange zulassen.

Haltegriffe neben der Toilette können sehr viel Sicherheit geben und das Umsetzen aus einem Rollstuhl erleichtern, aber auch die Sicherheit von RollatornützerInnen erhöhen, deren Rollator im Toilettenzimmer keinen Platz hat. Für Personen, die noch keinen Rollator verwenden, aber schon weniger sicher auf den Beinen sind, ist ein Handlauf besonders auf dem Weg zur Toilette bzw. daneben unterstützend, da die Griffe entlang der Wand halt geben, wenn es mal rasch gehen muss.

Das Toiletten-Stützgestell wird von vorne zur Toilette gestellt und erleichtert somit das Hinsetzen und Aufstehen, da sich die Person links und rechts festhalten kann. Der Vorteil ist die einfache Montage. Bei hoher Unsicherheit oder hohem Körpergewicht können Griffe jedoch stabiler und sicherer sein.

Toilettensitz-Erhöhungen können helfen, sich selbständig auf die WC-Muschel zu setzen, insbesondere, wenn man sich aus dem Rollstuhl umsetzen muss oder einen Rollator verwendet. Durch die Erhöhung ist das Hinsetzen und Aufstehen weniger anstrengend, da nicht so viel Kraft benötigt wird oder Schmerzen vermieden werden. Gerade bei Hüftproblemen verursacht ein zu tiefes Beugen große Schmerzen.

Es gibt Varianten mit und ohne Armlehnen. Sie sind üblicherweise aus Kunststoff und werden statt der normalen WC-Brille auf die Muschel montiert. Es gibt auch Versionen mit einem Intimausschnitt – eine Einsparung in Handgröße – wodurch die Reinigung im Sitzen leichter durchgeführt werden kann.

Es ist bei der Wahl der Höhe darauf zu achten, dass die Füße Bodenkontakt behalten, da sonst die Sitzstabilität nicht gewährleistet ist. Außerdem trägt die passende Höhe auch zu einer entkrampften Sitzhaltung bei, die für eine gute Darmentleerung wichtig ist.

Der Bidet-Einsatz ermöglicht das Waschen des Intimbereichs während des Sitzens am WC so wie heilende Sitzbäder und wird einfach auf die Toilettenmuschel aufgesetzt. Für Hämorrhoiden, Entzündungen des Harntraktes, aber auch für Hautirritationen im Genitalbereich gibt es lindernde Hausmittel-Rezepte aus der traditionellen Hydrotherapie.

Die stabile Schüssel verfügt im vorderen Bereich über eine integrierte Seifenschale und ist typischerweise auf Kunststoff.

Für den Bidet-Effekt gibt es auch Einsätze mit einer Handpumpe (Ballon für die Hand) mit der eine Wasserfontäne erzeugt werden kann.

Im Schlafzimmer

Wenn der Gesundheitszustand den Gang oder die Fahrt zur Toilette nicht mehr zulässt, kann es notwendig sein, den Toilettengang im Schlafzimmer durchzuführen.

Auch hierfür gibt es hilfreiche Hilfsmittel, die ein möglichst würdevolles Leben ermöglichen.

Eine Toilette mitten im Raum zu haben kann zuerst eine befremdende Vorstellung sein. Doch eine Zimmertoilette wird nicht ohne Grund zu Hilfe gezogen.

Sehschwäche, körperliche Schwäche, Sturzrisiko, zu lange Strecken oder Barrieren (aber auch eine Kombination des Genannten) können Gründe für eine mobile Toilette in Bettnähe sein.

Die Schüsseln können dem Gestell entnommen werden und halten der Reinigung bei hohen Temperaturen stand. Viele Modelle sind wasserbeständig und mit blockierbaren Rädern besetzt, sodass die Sitzgelegenheit auch dazu verwendet werden kann, mit einer Person in eine ebenerdige Dusche zu fahren. Die Zimmertoilette ist auch als Toilettenstuhl oder Leibstuhl bekannt.

Auch in liegender Position gibt die Biologie den Männern hinsichtlich Harnausscheidung einen bequemeren Vorteil. Die Urinflasche bzw. Harnflasche ermöglicht die Urinausscheidung im Liegen. Dies kann in der Nacht zu einem geringeren Sturzrisiko beitragen.

Bei der richtigen Anwendung unterstützt die Urinflasche auch durchgängige Trockenheit, falls das Problem im rechtzeitigen Erreichen der Toilette liegt.

Nach der Verwendung kann sie am Boden / in der Halterung abgestellt, gedeckelt und am nächsten Morgen entsorgt werden.

Es gibt auch praktische Urinflaschenhalter, um diese am Bett befestigen zu können.

Die historische Harnflasche wurde evolutioniert und ist nun mit einem geringen Unterschied auch für Frauen erhältlich.

Die schräge Öffnung ermöglicht ein abdichtendes Anlegen der Urinflasche, wodurch die treffsichere Urinflaschenanwendung in Rückenlage nicht mehr nur dem männlichen Geschlecht vorenthalten ist.

Bettpfannen dienen dazu, Urin oder Stuhl bei bettlägerigen Patient:innen aufzufangen.

Die Verwendung der Bettpfanne erfordert eine zweite, assistierende Person, die die Bettpfanne stabilisiert oder (ohne Bewegungseinschränkungen) Erfahrung und Geschick in der Anwendung.

Während die liegende Person sich in Seitenlage befindet, wird die Bettpfanne in der richtigen Höhe direkt neben den Körper auf die Matratze gelegt. Nun kann sich die seitlich liegende Person auf den Rücken drehen. Von der assistierenden Person wird während der Drehung auf den Rücken die Bettpfanne (auch Steckbecken genannt) festgehalten, damit sie nicht verrutscht. Zur Wahrung der Intimsphäre bei der Verrichtung des Geschäfts wird die Person, die auf der Bettpfanne liegt, für eine Weile alleine gelassen. Ein Raumwechsel in Rufweite wird empfohlen. Nach der Verrichtung muss die Bettpfanne wieder festgehalten werden, damit sie bei der Seitendrehung nicht umkippt.

Unterstützung bei Inkontinenz

Inkontinenz bedeutet, dass man den Harn (und seltener den Stuhl) nicht mehr so gut unter Kontrolle halten kann, wie man es gewohnt war. Die Gründe dafür sind vielfältig – oft sind es eine Störung oder Schwächung der Muskulatur, Harnsteine, Nervenstörungen, adipöses Körpergewicht, Medikamentennebenwirkungen etc. Frage unbedingt nach, ob es eine Therapiemöglichkeit gibt. Frühzeitiges (!) Beckenbodentraining bevor es zu spät ist, ist auf jeden Fall zu empfehlen! Aus Angst vor versehentlichem Harnlassen weniger zu trinken, ist leider keine Lösung, es ist sogar gesundheitsschädlich!

“Blasenschwäche” ist eine Herausforderung für sehr viele Menschen. Ein kleiner Huster und schon kann es passiert sein. Viele schämen sich dafür und verschweigen es auch dem Arzt / der Ärztin gegenüber – obwohl sie helfen könnten. Oft bleiben sie aus lauter Scham zu Hause und vereinsamen.

Neben einer ärztlichen Behandlung gibt es auch Hilfsmittel und Vorkehrungen, die ein wenig Kontrolle über die Situation zurückgeben können.

Tipp: Gewöhne Dir an, nicht zu oft – schon fast nervös – auf die Toilette zu gehen, da sich die Blase daran gewöhnt. Ebenso ein zu später Gang ist nicht gut, da es die Blasenmuskulatur überdehnen kann oder sich zu viel Restharn bildet, der in der Blase verweilt und in Folge zu einem eventuell schmerzhaften Harnwegsinfekt führt. Versuche gegebenenfalls Deine Ernährung und Dein Gewicht zu verbessern.

Für eine sichere Bewegung im Alltag gibt es aufsaugende Inkontinenzprodukte, die den Urin aufsaugen und Gerüche verhindern.

Es gibt zwei Arten:

“Offene Systeme”, wo Einlagen in die Unterwäsche eingelegt werden. Mit Klebestreifen und Flügeln werden diese an der Wäsche befestigt. Alternativ gibt es auch dickere Vorlagen, die jedoch kein eigenes Fixiersystem haben, sondern mit Netzhosen getragen werden. Diese Ein- und Vorlagen gibt es natürlich für Frauen und Männer.

“Geschlossene Systeme”, wo das Inkontinenzprodukt die Hüfte komplett umschließt. Darunter fallen Inkontinenzslips und Inkontinenzhosen bzw. Schutzhosen. . Dieses sind für Menschen mit stärkerer Inkontinenz besser geeignet bzw. bei Bettlägerigkeit.

Für Frauen gibt es auch noch spezielle Tampons bzw. Pessare, die den Blasenhals unterstützen und so den unkontrollierten Harnabgang verhindern können.

Bei Stuhlinkontinenz können Anal-Tampons verwendet werden.

Zusätzlich gibt es noch spezielle Reinigungs- und Hygienemittel, die die Haut schonen und sanft reinigen. Mehr dazu in unserem Blog-Artikel zu nachhaltigem Hautschutz.

Für das Bett gibt es wasserdichte Inkontinenz-Betteinlagen Der Schichtaufbau ermöglicht das Aufsaugen von Nässe auf der Oberfläche, während die Unterseite zur Matratze hin wasserdicht ist. Die Betteinlagen können auch gut bei der Körperwäsche im Bett eingesetzt werden, um die Matratze und den Überzug nicht nass zu machen.

Es gibt sie in verschiedenen Größen (Inkontinenzunterlage, in der Größe eines mittleren Handtuches , gesamte Bettauflage, Spannleintuch) und es gibt sie waschbar oder als Einweg-Produkt.

Harninkontinenz

Neben den “aufsaugenden” Inkontinenzprodukten gibt es auch “ableitende” Produkte. Sie leiten den Harn direkt aus den Harnwegen in einen Behälter.

Einmalkatheter – wird durch die Harnröhe in die Blase eingeführt und nach der erfolgten Entleerung wieder entfernt

Dauerkatheter – wird entweder durch die Harnröhre oder direkt durch die Bauchdecke gelegt und bleibt längerfristig angelegt. Diese Form ist für bettlägerige Menschen geeignet.

Katheter mit Beinbeutel machen eine freie Fortbewegung wieder möglich. Der Beutel wird entweder mit einem Klett-Gurt am Unter-/Oberschenkel oder an einem externen Haken befestigt, um diesen gut mit sich transportieren zu können. Da der Beinbeutel unter der Kleidung getragen wird, ist er dezent und unauffällig, zudem sind die Hände frei. Entleert wird der Beutel über ein Ventil bzw. regelmäßig getauscht. Es gibt auch spezielle Katheter-Halter, um den Beutel gut und sicher am Bett befestigen zu können.

Ob ein Katheter in Frage kommt, ist die Entscheidung eines/einer Mediziners / Medizinerin. Katheter sollten immer von einer Fachkraft angelegt werden, da hohes Infektions- und Verletzungsrisiko bei falscher Anwendung herrscht.

Für Männer gibt es noch das Urinal-Kondom, das ähnlich zu einem gewöhnlichen Kondom eingesetzt wird. Über einen Schlauch an der Spitze wird der Urin in einen Beutel abgeleitet

 

Stuhlinkontinenz

Bei Stuhlinkontinenz kann ein ableitendes System für den Stuhlgang angebracht werden, der Fäkalkollektor. Er wird mit einem mitgelieferten Klebemittel außen am Schließmuskel angeklebt.

Vor allem bei Durchfallepisoden, die die umliegende Haut durch die übermäßige Feuchtigkeitsbelastung besonders angreifen, wird ein Kollektor angewendet, der die Ausscheidung mittels Schlauch in einen Beutel ableitet. Ansonsten ist in der Regel nur auf Beckenbodentraining, eine ärztlich empfohlene Ernährung, Analtampons für bestimmte Zeitintervalle oder Schutzhosen zurückzugreifen. Ausnahmen stellen bestimmte Krankheitsbilder dar, bei denen eine Behebung der Inkontinenz mittels einer Operation behoben bzw. eher gemildert werden kann.

Weitere Artikel

Mehr zu Hilfsmitteln und Heilbehelfen findest Du in diesem Blogartikel. Wir geben einen Einblick, wo Du finanzielle Unterstützung bekommst.

Informationen der Kranken- und Gesundheitskassen

ÖGK – Kostenerstattung

SVS – Medikamente & medizinische Produkte

BVAEB – Heilbehelfe & Hilfsmittel

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