Adventkalender

Tür 11 – Nur eine Person ist verantwortlich

Es gibt nur eine Person, die für mein Wohlbefinden verantwortlich ist.

Das Wetter ist schlecht, also bin ich schlecht gelaunt. Die Suppe im Gasthaus ist versalzen, also ärgere ich mich. In der Arbeit muss immer alles ich lösen, also fühle ich mich unter Druck. Die jüngeren Kolleg*innen wissen sowieso immer alles besser, das nervt sehr. Und daheim lässt jeder das benutzte Geschirr selbstverständlich am Tisch stehen. Sie könnten ruhig mal ein wenig aufräumen und Dich unterstützen, ein wenig mehr Wertschätzung wäre gut. Alle anderen sind Schuld an Deiner schlechten Laune oder negativen Gefühlen. 

Tja, wenn wir andere Personen nur so einfach ändern könnten! Das können wir nämlich genauso wenig, wie das Wetter zu verändern.

Karl Valentin sagte “Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch”. Genauso ist es mit anderen Personen. Du kannst Dich freuen, dass es die Person in Deinem Umfeld gibt oder Dich einfach ärgern.

Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch. Karl Valentin

Unterm Strich gibt es nämlich nur eine einzige Person, die für Dein Wohlbefinden verantwortlich ist. Es gibt genau eine Person, die wirklich Schuld ist, wenn es Dir nicht gut geht.

Wer das ist? Dreimal darfst Du raten! Deine Mutter? Nein. Deine besser Hälfte? Nein. Das Universum? Wir müssen Dich enttäuschen, leider auch nein.

Die einzige Person, die die echte Macht hat, über Deine Gefühle, Dein Verhalten und Dein Handeln zu bestimmen, bist DU selbst

Wie soll das aber gehen?

Sagst Du Dir vielleicht, “Ich komme ja ohnehin schon viel zu kurz? Dauernd kümmere ich mich um Andere und deren Bedürfnisse, meine eigenen Bedürfnisse stelle ich immer hinten an. Familie geht vor, da kann ich ruhig ein wenig zurückstecken. Ich kann auch keine Pausen machen, wie soll sonst alles erledigt werden?”

Ob die Betreuung Deiner Liebsten, Dein Berufsalltag oder die gesellschaftlichen “Verpflichtungen”, denen Du nachgehst. All das muss ja auch irgendwie unter einen Hut gebracht werden! Zeit für die eigenen Bedürfnisse bleibt da wenig. Kennst Du das?

Auch wenn es am Anfang vielleicht etwas utopisch klingt: Du hast es in der Hand, Deine wichtigen Bedürfnisse selber zu erfüllen!

Erinnerst Du Dich noch an das Bedürfnis-Fass von Türchen Nummer 9? Ja, Du entscheidest, was in Dein Fass hineinkommt, wer etwas hinein leeren darf und, ob jemand etwas aus Deinem Fass haben kann. 

Wie kannst Du nun Deine Bedürfnisse für Dich besser erfüllen?

Die wichtigsten Schritte – nämlich Deine Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen und auch zu akzeptieren, dass sie in einem Moment bei Dir sind – haben wir die letzten Tage schon behandelt. Du kannst mit diesen Erkenntnissen schon mal bewusst Deinen Autopiloten ausschalten, der normalerweise Dein Leben steuert. Das sind Deine Routinen und Gewohnheiten, die Du täglich abspulst. Routinen sind jetzt nicht sofort etwas Schlechtes, sie können auch beruhigen und entspannen. Es besteht aber dennoch die Gefahr, dass man sich selbst in den Routinen verliert, nicht mehr alleine rauskommt und dadurch frustriert und unzufrieden ist.

Jetzt geht es darum, selbst noch besser auf Dein Wohlbefinden zu schauen – ganz bewusst in eine für Dich gute Richtung zu steuern!

Übung - Notizbuch mit Herz

Routinen und Gewohnheiten beobachten

Beobachte Deine Routinen und Gewohnheiten.

Schreibe Dir Deine Beobachtungen gerne auf, damit Du am Abend nochmal in Ruhe darüber nachdenken kannst.

  • Welche Routinen und Gewohnheiten tun Dir gut, welche weniger?
    Kleiner Hinweis: wenn Du Dich gut fühlst, Du gut gelaunt bist, sind Deine Bedürfnisse erfüllt. Wenn Du Dich weniger gut fühlst, vernachlässigst Du vermutlich etwas – was?
  • Welche regelmäßigen Tätigkeiten führst Du durch, weil Du sie immer schon gemacht hast oder, weil Du glaubst, dass sie jemand von Dir erwartet? 
  • Was würdest Du gerne tun, das Dir gut tut, Du aber nicht die Zeit oder Möglichkeiten dafür hast?

Schreib Dir folgenden Satz auf eine schöne Karte oder druck Dir das Bild aus.

Ich darf für mich und meine Bedürfnisse einsttehen.

Es soll Dich daran erinnern, dass es Deine Aufgabe ist, für Dich selbst zu sorgen. Dass es Dein gutes Recht ist, Deine Routinen zu hinterfragen. Es ist ok, dass Du jeden Tag inne hältst und Dich fragst, welche Handlung notwendig wäre, um Deine Bedürfnisse in dem Moment zu erfüllen.

Wie kannst Du selbst Deine persönlichen Bedürfnisse ein wenig besser erfüllen?

Das kann eine kurze Pause sein, ein warmes Bad, ein heißes Getränk. Du kannst spazieren gehen, einen schönen Film ansehen oder Freunde treffen. Vielleicht ist es auch an der Zeit, andere um Hilfe zu bitten, dass sie Dich bei Deinen Tätigkeiten unterstützen? Oder einfach nur ablenken und aus Deinen Routinen rausholen, Dich einfach mal nur umarmen.

Es muss nicht immer die perfekte Lösung sein, oft reichen schon Kleinigkeiten, die Dir gut tun.

Manchmal braucht man für die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse ein wenig Unterstützung von anderen Person. Dafür musst Du Deine Bedürfnisse auch kommunizieren.
Wie das geht, schauen wir uns am 14. Dezember an.

Und falls Du externe Unterstützung benötigst, gibt es bei unseren Checklisten einige Informationen dazu:

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