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Tür 17 – Emotions-Fallen – wie man Konflikte entschärft

An der Grenze der Geduld beginnen die Konflikte. Kerzen brennen - Tannenzweige - Adventkalender miazorgo

Rost frisst das Eisen und Sorge die Weisen.

Frieden kommt von Innen. Das haben wir die letzten Tage schon im Adventkalender beleuchtet.

Doch was kann man tun, wenn der Konflikt im Außen liegt?

Wenn es das Verhalten anderer ist, Situationen für die man gar keine Puste mehr hat oder gar unterschiedliche Interessen von Dir und beteiligten Personen? Wie geht man damit um?

Wie Du hinter den letzten Kalendertürchen lesen konntest, hängt das eigene Wohlbefinden stark von der Erfüllung Deiner Bedürfnisse ab. Um über die Berücksichtigung von Bedürfnissen zur inneren Balance zu gelangen, lohnt es sich, die Minenfelder und Emotions-Fallen im Alltag genauer unter die Lupe zu nehmen, um sie dann entschärfen zu können. Lass uns gemeinsam einen Blick auf drei typische Emotionsfallen werfen.

Emotionsfalle Nummer 1 - Ein hartnäckiger Konflikt nach alten Mustern

Man selbst nimmt im Leben viele verschiedene Rollen ein. Auch die Aufgaben zur Betreuung einer Person weihen Dich in eine eigene Rolle ein – die der Betreuungsmanagerin, des Betreuungsmanagers

Da Du diese Rolle in Deinem Bekannten- oder Familienkreis übernommen hast, fällt es den anderen Personen schwer, diese Rolle klar zu erkennen und von Deiner bisherigen Rolle als Sohn / Schwester / etc. getrennt zu sehen. Bei uniformierten, fremden Betreuungspersonen wäre die Rolle klar erkennbar, wie es auch bei MedizinerInnen ist. Doch im familiären Umfeld benötigt es ein Gespräch, in dem Du klar darstellst, was Deine Aufgaben als BetreuungsmanagerIn sind, sodass alle wissen, welche Tätigkeitsfelder zu dieser Rolle gehören. Du hast bei diesen Tätigkeiten das Recht auf Mitsprache und diese Mitsprache ist Dir aufgrund der neuen Rolle zuteil und nicht aufgrund Deiner älteren Rollen.

Masken - Rollen - Konflikt

Emotionsfalle Nummer 2 - Alles andere als Sympathie

Beziehungskonflikte zeichnen sich durch grundlegende Geringschätzung, Missachtung und ständige Verletzung des Gegenübers aus. Daran kann alleine nicht viel geändert werden. Man selbst kann versuchen, über das Wissen, dass es sich um einen solchen Konflikt handelt, die Verletzungen nicht zu nahe kommen zu lassen.

Versuche Deinem Gegenüber nicht die Macht zu geben, über Deine Stimmung und Gefühle zu bestimmen. Wie wir schon in Türchen Nummer 11 betrachtet haben, bist nur Du für Dein Wohlbefinden verantwortlich.

Besser wäre es natürlich, mit der Person möglichst nichts mehr zu tun zu haben, den Kontakt zu reduzieren. Kann jemand anderer die Gespräche übernehmen?

Gerade, wenn der Konflikt nicht lösbar ist, ein klärendes Gespräch nicht auf fruchtbaren Boden fällt, ist es gut, hier die eigenen Grenzen zu wahren.

Mann mit Daumen nach unten Icon - Antipathie

Emotionsfalle Nummer 3 - Ein Boot, ein Steuer - wie viele Ziele?

Viele Wege führen nach Rom, die bevorzugte Route hängt von Effizienzvorstellungen ab.

Die eigene Vorstellung der optimalen Route kann von der Route einer anderen Person erheblich abweichen. Das kann man auch mit „Zielkonflikt“ benennen.

Während der zu betreuenden Person alte Abläufe extrem wichtig sein können (wie die ausgiebige Dusche nach eigenen Vorlieben), kann sich der innere Antrieb der Person, die die Betreuung übernimmt, nach mehr Effizienz sehnen (ein zweckerfüllendes Brausen). Da können von beiden Seiten schon mal die Funken sprühen.

In einem Moment, in dem das Thema gerade weit entfernt liegt, könntest Du in Ruhe über die eigenen Vorstellungen und die Gründe bzw. Bedürfnisse dahinter, z.B. dem antreibenden Ton beim Duschen, sprechen. Lade Dein Gegenüber ein, auch über die eigenen Vorstellungen zu sprechen.

Nicht immer lässt sich eine optimale Lösung finden, doch man kann besprechen, an welchem der Wochentage eine ausgiebige Dusche machbar wäre. Der Kompromiss liegt in der Abmachung, dass an den anderen Wochentagen eine andere Route gefahren wird.

Nur, wenn Ihr darüber offen sprecht, werdet Ihr die Bedürfnisse der Anderen verstehen und sie auch Dich ein wenig besser verstehen können.

Übung - Notizbuch mit Herz

Beobachtungsübung

Beobachte in Deinem Alltag, welche äußeren Konflikte es gibt.

  • Hast Du schon einmal darüber gesprochen?
  • Welche alten Muster liegen vielleicht hinter dem Konflikt? Kennst Du diese Situationen von früher?
  • Gibt es zu viele Rollen und Beteiligte, die zu Konflikten führen?
  • Finden Konflikte nur mit bestimmten Menschen statt? Weißt Du warum? Gibt es hier vielleicht Muster?
  • Könntest Du Personen, mit denen es schwierig ist, irgendwie ausweichen?
  • Gibt es unterschiedliche Ziele, über die Ihr sprechen solltet?
  • Habt Ihr schon Kompromiss-Lösungen diskutiert?

Auf den Tisch damit!

Es kann sehr hilfreich sein, die Konflikte einmal von oben und außen zu betrachten. Statt immer alles nur hineinzufressen, kannst Du diesen Konflikt konkret benennen, auf einen Zettel schreiben und auf den Tisch legen.

Dann ist der Konflikt nicht mehr Teil einer Person, sondern einfach ein Stück Papier am Küchentisch. Du kannst auch Dein Gegenüber einladen, dass Ihr diese Übung gemeinsam macht.

  • Betrachte den Konflikt von außen, gehe um den Tisch herum, wechsle die Perspektiven. Ist der Konflikt immer noch gleich groß?
  • Was würde eine andere, völlig fremde Person dazu sagen, wenn sie spontan darauf sieht?
  • Wie würde Superman oder Wonderwoman auf den Konflikt reagieren?
  • Was würde Dir ein kleines Kind zu dem Problem mitteilen?
  • Was passiert, wenn ein Mensch aus einem anderen Land, das vielleicht mit ganz anderen Konflikten konfrontiert ist, wie Hunger, Krieg, Armut, auf diesen Zettel blickt?

Den Konflikt zu externalisieren, eben auf den Tisch zu legen, statt als Problem einer Person zu sehen, kann ein Gespräch darüber möglich machen.

Wenig ist verbindender als bereinigte Konflikte.

“In jeder Minute, die du im Ärger verbringst, versäumst du 60 glückliche Sekunden deines Lebens.” Albert Schweitzer

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